Ein Boot auf dem Meer - Mein Boot kentert nicht auf Grund seiner Insassen. Es ist mit Inhalten überfüllt. Meine Kurskorrektur

Ein Boot auf dem Meer - Kurskorrektur

Seit einem Jahr fährt nun mein/unser Boot auf dem Meer. Wie ich es mir gewünscht habe, sind viele Menschen eingestiegen und fahren nun mit mir.

 

Jeder Einzelne davon, ist mir wichtig. In meinem Boot fahren so viele wertvolle Menschen mit mir.

 

Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Mein Boot ist zu weit auf das Meer hinaus geschippert. Ich sehe das rettende Ufer nicht mehr. Ich habe versucht den Kurs zu korrigieren, was mir noch nicht gelang.

Ich bin der Kapitän, ich trage die Verantwortung. Die Verantwortung für mich selbst! Das heißt ich trage die Verantwortung, wohin mein Boot schippert, die Verantwortung für die Crew-Mitglieder und für die Ladung.

Ein Kapitän der nicht für sich selbst sorgt

Ich bin der Kapitän. Ich bin sehr dankbar für das Mitwirken und die Unterstützung meiner Admins. Ein guter Kapitän bin ich nur, wenn ich selbst Hilfe annehme und den Kurs meines Bootes auch hinterfrage und Kurskorrekturen vornehme.

Ich habe mich selbst, meine Ziele aus dem Blick verloren. Ich habe mich selbst hinten an gestellt, um es möglichst vielen Recht zu machen und möglichst niemanden zu verletzen oder zu begrenzen.

Ich habe vergessen, dass ich selbst eine Betroffene bin und mich selbst, an ganz bestimmte Regeln halten muss, damit es mir gut geht. Erst jetzt, wo mein Körper mir deutliche Zeichen gibt, wende ich den Blick auf mich selbst, meine Belastungsgrenzen und meine Ziele.

Meine Erkenntnisse

In meinem Boot sind sehr unterschiedliche Menschen versammelt und das ist gut so und soll auch so sein. Darin liegt aber auch eine Wucht an Herausforderungen. Die Herausforderungen, die die Depression mit ihren unterschiedlichsten da sein, allein mit sich bringt. Darüber hinaus natürlich auch noch andere psychisches Krankheitsbilder, in ihrer Begleitung, wie Borderline, Trauma, Essstörungen … 

 

Jedes Crew-Mitglied hat dem entsprechend anderer Trigger, andere Aufmerksamkeitsbedürfnisse andere und Befindlichkeiten. 

Es wird immer wieder Mitglieder geben, die sich nicht bewusst sind, dass sie andere Mitglieder verletzen. Die sich nicht an Regeln halten können und wollen. Die persönliche Hinweise und Bitten als Angriff werten und nicht akzeptieren. Es wird immer Mitglieder geben, eine hohe Aufmerksamkeit brauchen und sei es nur das das häufige Posten von Zitaten/Impulsen.

 

Die Flut an Zitat- und Impulsbildern hat mehrere Seiten. Einerseits sind sie gut gemeint, haben Inhalte die mich ansprechen und teilen möchte. Andererseits lassen sie andere Mitglieder verstummen und wieder andere werden getriggert. Getriggert? Ja, auch das, denn ein gutes Zitat auf einem „unüberlegtem“ (Foto), kann triggern. Daneben ist Facebook voll von diesen Beiträgen, so dass sie jeder selbst finden kann, wenn er es möchte.

 

Meine Umfrage hatte ganz sicher ein gutes Anliegen – viele Mitglieder einzubeziehen. Sie hat deutlich ergeben, was das Wichtigste ist. Doch andere Themen hat sie nicht geklärt. Eine Umfrage kann nicht alle Kursmöglichkeiten aufzeigen. Sie kann den Grundkurs fördern, in Absprache mit den Admins. Die letztendliche Entscheidung für den Kurs seines Bootes trifft der Kapitän.

 

Mein Boot ist überlastet und kann somit seinen Kurs nicht halten. Es ist nicht überlastet, weil zu viele Menschen Zuflucht finden. Es ist überlastet mit der Flut an Inhalten die derzeit eingebracht werden.

Mein Boot soll nicht ein Wirrwarr von bunten Bildchen und Informationen sein. Das kann Facebook allein und überfordert mich selbst oft und andere dem entsprechend ebenfalls. Wenn die Flut an Beiträgen schon meine Belastungsgrenze überschreitet, wie erst ergeht es dann Crew-Mitgliedern, die noch schlimmer dran sind als ich und eh schon Schwierigkeiten haben sich zu öffnen? 

 

Die Bootsführung braucht klare Entscheidungen. Das heißt, es wird nicht ohne klare Aussagen/Hinweise/Denkanstöße zur Ausdrucksweise in Kommentaren gehen, nicht ohne löschen von Beiträgen und vielleicht auch nicht ohne blockieren von Crew-Mitgliedern funktionieren. 

 

Das Boot braucht eine konsequente Führung. Für alle Mitfahrer ist Disziplin und Rücksichtnahme notwendig. Wenn jeder tut was er will, kentert das Boot.

 

Der Kapitän, also Ich, kann es nicht jedem Recht machen. Das ist so! Es ist mein Boot und ich muss/möchte entscheiden wohin es schippert und wen es an Bord nimmt.

Meine Entscheidungen

Gruppen-Ziel

Mein Boot auf dem Meer gewährt eine sichere Zuflucht für Menschen mit Depressionen und  anderen psychischen Betroffenheiten sowie Begleitdiagnosen und für Angehörige von Betroffenen. Jeder Interessierte, der seine Erkenntnisse und sein Wissen zur Depression erweitern möchte sind herzlich Willkommen. Fachexperten, die uns begleiten und unterstützen sind ebenfalls herzlich Willkommen. 

 

Mein Boot gibt den geschützten Raum, wo insbesondere Menschen in ihrer Betroffenheit zur Depression und psychischen Erkrankungen erzählen können. Hier geht es um ihre Gefühle und Emotionen, Verhalten und Denkmuster, ohne das diese bewertet, verurteilt, geschubst oder geratSchlagt werden.

 

In meinem Boot ist Raum, für FÜREINANDER da sein, für MITEINANDER teilen von Freud und Leid, für Verständnis, Mutmachen und Achtung. Niemand ist hier allein. Jeder kann seinen Blickwinkelt erweitern und durch Fachbeiträge dazu lernen.

Neue Regeln - Gruppe

Jedes Crew-Mitglied ist wichtig. Jeder kann, muss aber nicht schreiben. Ich freue mich, über jeden der sich hier aufgehoben und verstanden fühlt. Jeder schreibt oder kommentiert, wenn er dazu bereit ist. Mitlesen ist auch sehr gut und wichtig. Ich freue mich über jeden der es irgendwann schafft, sich zu öffnen. Wunderbar.

 

Mitglieder, die sich nicht an die Gruppenregeln halten, werden durch einen Admin und über eine PN darauf hingewiesen.

Beiträge, die nicht den Gruppenregeln entsprechen, werden konsequent von den Admins gelöscht. Das Mitglied bekommt dazu eine PN-Information.

 

Bei wiederholter Gruppenregel-Verletzung wird das Mitglied aus der Gruppe entfernt.

Neue Regeln - Inhalt

Laut Umfrage haben 2 Themenbereiche den absoluten Vorrang. Sie wurden auch am absolut häufigsten kommentiert:  

  1. Persönliche Beiträge, zu unseren eigenen Erlebnissen, Erfahrungen, Erinnerungen, Alltagssorgen, Alltagsleben – positiv wie negativ.
  2. Blog/Homepage-Beiträge von Crew-Mitgliedern und Fachexperten (Therapeuten, Psychologische Coach, Psychologen), da diese und wichtiges Hintergrund-Wissen vermitteln.

Damit ist für mich der Bootskurs sehr eindeutig gegeben und dieser entspricht auch meinem eigenen Impuls, meinem eigenen Empfinden und meinem Kursziel für das Boot.

 

Das hat im folgenden weitere Entscheidungen:

  1. Impuls-und Zitaten-Fotos/Beiträge sowie andere bunte Bilder (Guten Morgen, Guten Abend, Feiertage...) sind nicht erwünscht.
  2. Das Logbuch ist ein „Moment-Erfasser“. Dort können wir uns am Morgen begrüßen, am Abend verabschieden, über Tageserfolge, Tagesvorhaben, Termine, Fotos, Erlebnisse … berichten. Hier hat auch mal 1 Impulsfoto (je Crew-Mitglied) seinen Platz. 

Meine Entscheidungen zu den Glückwünschen und zur Aufnahme der Mitglieder bleiben bestehen.

Dankbarkeit - Zuversicht und Hoffnung

Das sind meine Gedanken. Ja, sie haben wieder eine Zeit gebraucht, ehe ich sie aufschreiben konnte. Ich danke meinen Admins für ihre Geduld, ihr Verständnis und Mitdenken. Ich danke Kirsten und anderen Crew-Mitgliedern für ihre Denkanstöße, die mich bestärkten.

 

Meine Therapeutin sagte einmal: „Sie haben die Gruppe gegründet. Sie hatten dabei eine Idee und ein Ziel. Sie sind es, die es umsetzen kann. Sehen sie die Gruppe als ein Lernfeld von sich. Sie können wieder lernen Menschen anzunehmen, auszuhalten und auch loszulassen. Sie können wieder lernen Konflikte zu meistern, auszuhalten und nicht sofort wegzulaufen. Sie müssen dabei auf sich selbst achten und insbesondere darauf, dass ihre Grenzen eingehalten werden. Gruppen können Entlastungsort und Lernort sein". Sie hat Recht. Ich hatte es nur vergessen.

 

Ich hoffe sehr, dass mein Boot weiterhin eine wunderbare Zuflucht ist, für viele Menschen, die das Leben mit Depressionen meistern, es mit ihren Angehörigen bewältigen oder uns mit ihrer Fachkompetenz unterstützen.

 

Eine entsprechende Änderung der Gruppen-Verabredungen wird zeitnah erfolgen.

 

Eure Heike

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