Dänemark - Das Land in dem das Hygge gelebt wird. HYGGE - HYGGLIG - HYGGELIGT - IST KEIN WORT! ES IST EIN GEFÜHL, DASS MAN NICHT BESCHREIBEN KANN!!!

HYGGE - HYGGLIG - HYGGELIGT - IST KEIN WORT! Es ist ein Gefühl, dass man nicht beschreiben kann.

Auch andere Sprachen entlehnen schon mal Wörter, z.B. wurden aus dem Deutschen Gemütlichkeit, Kindergarden und Blitzkrieg ins Englische übernommen. Das passiert immer dann, wenn eine Sprache für bestimmte Fälle keine eigene Entsprechung zur Verfügung stellt, die semantisch (sprachliche Bedeutung) das Richtige meinen.

 

Wer gemütlich und hyggeligt gleichsetzt, kann das zwar tun, wird aber damit, von der Sprach-Bedeutung her, nicht das ausdrücken können, was hyggeligt meint. Man müsste im Deutschen mehrere Worte benutzen, um annähernd Dasselbe auszudrücken, etwa "gemütliches Beisammensein" - und auch das trifft nicht genau, was Hygge meint.

Ursprung und Bedeutung

Hyggelig ist ein im Dänischen und Norwegischen häufig verwendetes Adjektiv, das wörtlich „gemütlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“ bedeutet. Darüber hinaus hat hyggelig auch weitere, durchweg positiv belegte Konnotationen wie „geborgen“, „intim“, „behaglich“, „im trauten Heim“, „lieblich“, „malerisch“, „Trost spendend“, „klein, aber fein“, „niedlich“. Diese Bedeutungen umfassend wird der Begriff oft im Sinne von „typisch dänisch“ auch von Dänen selbst als nationales Stereotyp gebraucht.

 

Zurückgehend auf das Substantiv hu („Sinn“, „Gedanke“), bedeutete hyggelig ursprünglich im Dänischen „sorgfältig“, „nachdenklich“, in diesen Bedeutungen ist es heute jedoch veraltet. Seit dem 19. Jahrhundert ist es in der Bedeutung „Wohlbefinden verbreitend“ belegt und konnte etwas später unter norwegischem oder schwedischem Einfluss auch auf Personen angewendet werden.

 

Hygge ist sowohl ein Verb als auch ein Substantiv und ein Adjektiv (hyggelig). Hygge hat die ursprüngliche Bedeutung von „hegen“, „Wohlbefinden verbreiten“ deutlich überschritten. Über die Vorstellung, dass z.B. ein gutes Buch tröstlich sein kann, „hyggt man sich“ im Dänischen mit ablenkender Lektüre (at hygge sig, „sich trösten“, „sich selber etwas Gutes tun“).

Textquelle: Wikipedia

Hygge ist ganzjährig

Das dänische Wort Hygge lässt sich nicht so einfach übersetzen und ist auch schwierig auszusprechen (klingt ein bisschen wie hügge).

Wenn Sie einen Sommerurlaub in Dänemark geplant haben, werden Sie die dänische Hygge erleben - denn „Hygge“ ist ganzjährig! Im Sommer bedeutet „Hygge“ Picknicks im Park, mit Freunden grillen, Open-Air-Konzerte, Straßenfeste und Radtouren auf dänische Art.

Die Hochsaison der „Hygge“ ist Weihnachten. Die dänischen Winter sind bekanntermaßen lang und dunkel, und die Dänen wehren sich gegen die Dunkelheit mit ihrer besten Waffe: „Hygge“ und die dazugehörigen vielen Kerzen.

Textquelle: Visit Dänemark

Hygge ist nicht Gemütlichkeit

Die deutsche Gemütlichkeit bezieht sich eher auf die räumliche Umgebung, eine Kneipe, ein warmes Bett können gemütlich sein. Hygge hat eher etwas mit dem Verhalten der Menschen zu tun.

Es ist die Kunst angenehme Intimität zu schaffen, ein Gefühl von Freundschaft, Heiterkeit, Zufriedenheit. Hygge bedeutet meist mit Familie und Freunden zusammen zu sein, gemeinsam zu essen und zu trinken und die Feste zu feiern, wie sie fallen. Da kann man ältere Dänen dann schon mal schimpfen hören, wenn sie von jungen Leuten hören, die z.B. mit einer Tüte Chips, XBOX oder iPad, auf dem Sofa ganz allein hyggen. “So etwas”, sagen sie dann “ist doch nicht hyggeligt!“

Freunde und Bekannte, die sich nach einem „gemütlichen Beisammensein“ (wie krampfhaft klingt das doch im Deutschen) am nächsten Tag begegnen, sagen dann, dass es gestern hyggeligt gewesen sei. Und: Hygge bedarf in Dänemark immer des Scheins von Kerzen. Dänen sind verrückt nach Kerzenlicht, im Haus, im Café, in Bars und Restaurants, um so die glatten oft weißen Wände, kompromisslos weicher wirken zu lassen

Hygge, die Lebensphilosophie der Dänen

Hygge - So heißt die Lebensphilosophie der Dänen. Hygge ist nicht nur ein Wort, es ist eine Lebenseinstellung. Eine, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Für Hygge brauchst du nicht viel - im Grunde nur dich selbst. Es geht darum, dass du dir und anderen das Leben so angenehm und schön wie möglich gestaltest, dich selbst gern hast, dir oder anderen etwas Gutes tust.  

Genieße die kleinen Dinge im Leben

Das ist immer leicht gesagt, aber versuche wirklich, alltägliche Dinge schätzen zu lernen. Ein Spaziergang am Sonntag, ein Kinobesuch mit den Freunden, ein schönes Buch in der Badewanne ... - es kann alles sein, wobei du Spaß hast.

 

Iss‘ richtig lecker

Gemeinsam Kochen, entspannt am Esstisch sitzen, nicht darüber nachdenken, wie viele Kalorien der Schokomousse zum Nachtisch hat oder wie viele Umdrehungen der Wein - einfach schlemmen und das Essen wirklich schmecken und genießen.

 

Mach‘ dein Zuhause wohnlich und gemütlich

„Wohnst du noch oder lebst du schon!“ - diese Frage stammt zwar von Dänemarks Nachbarn, findet dort aber genauso Anklang. Deine Wohnung ist dein Reich, in das du dich zurückziehen kannst. Du solltest dich Zuhause wohl fühlen - und das geht mit ein paar Tricks relativ einfach: Kerzen, Decken, Kissen, ein flauschiger Teppich oder ein Bild an der Wand.

 

Achte auf deine Balance zwischen Arbeit und Freizeit

Nichtsdestotrotz: „Verschwende“ nicht mehr Zeit auf Arbeit als nötig. Verbring den Feierabend lieber mit Freunden bei einem Bier, draußen im Grünen oder im Verein.

 

Verstell dich nicht - nimm dich aber auch nicht zu ernst

Sei ganz du. Mit allen Facetten. Und nimm dich dabei nicht ernster, als irgendwer sonst es tun würde. Die Dänen sind im Umgang miteinander ziemlich locker, kaum jemand wird dort gesiezt.

Natürlich macht das allein die Dänen nicht zum glücklichsten Volk. Laut des „World Happines Report“ spielen auch Indikatoren wie Großzügigkeit, die Entscheidungsfreiheit, der soziale Zusammenhalt und die Lebenserwartung der Bürger eine entscheidende Rolle. Wir glauben jedoch, ein bisschen Hygge tut jedem gut!

 

Textquelle: Julia Haase (veröffentlicht 29.09.2016 - „Die Welt“)