Nisser - die kleinen Kobolde, insbesondere die Julenisser, die mein Herz im Sturm erobern.

Nisser, die Weihnachtswichtel in Dänemark

Die auf einem Stück Eichenrinde überlieferten Nisse-Gesetze:

  1. Wechsle Dein Unterhemd mindestens einmal im Jahr.

  2. Halte Dich immer trocken hinter den Ohren.

  3. Erzähle jeden Tag einen guten Witz.

  4. Flöße Dir täglich einen Löffel Lebertran ein.

  5. Streite Dich nicht mehr als einmal im Monat mit Deinem Nachbarn.

  6. Auch wenn Du Unrecht hast, gib nie nach.

  7. Viel Lachen verlängert das Leben.

  8. Überanstrenge Dich nicht unnötig.

  9. Spare am Cent und lass den Euro rollen.

  10. Lass nie Deinen Nachbarn mehr Heu auf dem Boden haben, als Du selbst hast.

  11. Beobachte jede Veränderung mit Skepsis.

  12. Halte Dich immer fit indem Du zweimal am Tag Dein Pferd am gestreckten Arm hoch hebst.

Den Nisse gibt es in verschiedenen Variationen.

Julenisse (Weihnachtsnisse) kommt am häufigsten im heutigen Dänemark vor. Dieser wurde 1836 vom dänischen Historienmaler Constantin Hansen gezeichnet. Heute ist der Julenisse ein fester Bestandteil der dänischen Weihnachtstradition. Er hilft dem Weihnachtsmann beim Erstellen der Geschenke und erwartet als Gegenleistung von den Menschen, dass er während der Adventszeit mit Milchreis (dänisch „risengrød“) versorgt wird. Der Julenisse ist der einzige Nisse mit einer Familie.

 

Kirkenisse (Kirchennisse) tritt in mehreren Märchen von Hans Christian Andersen auf. Der Kirkenisse lebt in der Pfarrei oder in Kirchen. Er sorgt dafür, dass die Kirche sauber und schön bleibt.

 

Gårdnisse (Hofnisse) wohnt in Häusern oder in Ställen. Er wohnt immer alleine und hilft häufig den Menschen. Insbesondere in Sønderjylland ist dieser Nisse auch als Nis Puk bekannt. Ein Beispiel ist die Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof.

 

Skovnisse (Waldnisse) ist eine neuere Variation. Dieser Nisse lebt in der Natur und hinterlässt mystische Spuren, die nicht unmittelbar erklärt werden können. Der Skovnisse ist recht klein, etwa 80 cm, und trägt grüne und braune Kleidung.

 

Skibsnisse (Schiffsnisse) ist in Deutschland als Klabautermann bekannt. Ein Beispiel wäre der Fährknecht Nis von Holnis.

 

Sætternisse (Setznisse) schmuggelt beziehungsweise setzt Druckfehler in Bücher und Zeitungen. Dies macht er so, dass sie beim Korrekturlesen nicht entdeckt werden.

 

Textquelle: Wikipedia

Hintergrund und Historie

Den "Ur-Nissen" gibt es schon seit die Menschen sich erinnern können. Die meisten Bauernhöfe, Schlösser, Kirchen und Schiffe hatten einen Nissen.

Der Nisse ist am ehesten mit den deutschen Heinzelmännchen zu vergleichen. Man sieht ihn nicht, aber feinfühlige Menschen bemerken seine Anwesenheit. Ursprünglich half der Nisse den Bauern auf die Tiere und auf den Hof aufzupassen. Hatte der Bauer zum Beispiel vergessen den Hühnerstall für die Nacht zu schließen, war es der Nisse, der die Hühner vor dem Fuchs rettete. Oder wenn ein Tier krank war, kümmerte der Nisse sich um das Tier. Und meistens gelang es ihm auch das Tier wieder gesund zu pflegen.

 

Als Dank sprach man nie schlecht über Nisser und stellte zu Weihnachten eine große Schüssel mit Reisbrei - natürlich mit Butterklecks, Zimt und Zucker - auf den Heuboden. Bei wohlhabenden Bauern konnte es auch schon mal ein Weihnachtsbier dazugeben! Wer dieses kleine "Danke schön" vergaß, war schlecht dran: Dann wurde der Nisse ärgerlich und fing an den Bauern zu ärgern oder brachte gar Unheil über den Hof!

 

Ab ca. 1850 fingen die Nisser an, dem Weihnachtsmann zu helfen. Weihnachtsgeschenke herstellen und verteilen waren die Hauptaufgaben im November und Dezember. Den Rest des Jahres waren die Nisser dann mit den Hofarbeiten beschäftigt.

Das Wesen des Nisse ist unbeschreiblich

Über Nisse haben die Dänen ziemlich genaue Vorstellungen. Er ist alt - das ist klar. Aber Nisse ist immer sehr rüstig, er scheint nie wirklich zu altern. Nisse ist, typisch für einen Kobold, klein. Aber Nisse ist enorm stark. Irgendwie ist das Wesen des Kobolds unbeschreiblich - er ist freundlich und doch mürrisch, er ist hilfreich oder auch gefährlich (je nachdem, wie man ihm gegenübertritt). Selbst das Geschlecht ist schwer zu beschreiben, den es gibt auch Darstellungen von weiblichen Nisses. Allerdings treten hier Traditionalisten auf den Plan und sagen: Nisse ist ein Kobold, ein Kobold ist ein Mann. Ergo kann Nisse nie ein weibliches Wesen sein.

 

Nisse ist ein einfacher Kobold - er trägt stets ein Gewand aus Loden. Die restliche Kleidung ist aus einfacher grauer Wolle. Die Mütze von Nisse ist rot. Historische gesehen ist Nisse in erster Linie einfach nur ein Kobold. Allerdings hat sich in jüngerer Zeit immer stärker das Bild eines speziellen Weihnachtsnisse herausgebildet. Dabei stammt die Figur mutmaßlich aus heidnischen Zeiten - woher genau, weiß eigentlich keiner. Heute wird Nisse oft mit den dunklen Seiten in Verbindung gebracht. Nis steht in Dänemark gleichbedeutend mit dem Namen Niels. Ein alter Niels ist in Dänemark die Umschreibung für den Teufel.

 

Traditionell war Nisse in jedem Haus heimisch. Dabei war er verantwortlich für Glück und Unglück im Haus. Nisse bevorzugte dabei vor allem Häuser mit einer Feuerstelle - ungeheizte Häuser mied er wohl. Letztlich war Nisse also wohl eine Art Guter Geist - oder auch Dämon. Das hing wohl davon ab, wie die Leute mit ihm umgingen.