Weihnachtsmonat in Dänemark

Weihnachtsmonat in Dänemark

Der Monat Dezember steht ganz im Zeichen des Weihnachtsfestes. In den meisten Städten sind die Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen mit Tannengirlanden und Lichtern geschmückt.

 

Auf Plätzen und in Gärten stehen Weihnachtsbäume mit Lichterketten, ein Brauch, der sich bis zum Jahr 1914 zurückverfolgen lässt, als der erste illuminierte Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz in Kopenhagen aufgestellt wurde.

 

Der Weihnachtsbaum, eines der wichtigsten Symbole des weltlichen Weihnachtsfestes, wird entweder am Vorabend des 24. Dezember, oder an Heiligabend („juleaften") selbst, geschmückt. Der Schmuck besteht in der Regel aus Glaskugeln, Papierherzen und Tütchen, Lametta, Girlanden aus kleinen Dannebrog-Fähnchen und nicht zuletzt aus Kerzen, entweder als echte Stearinkerzen oder in Form elektrischer Lichterketten.

 

Im Zusammenhang mit den Kriegen gegen Deutschland und dem erwachenden Nationalbewusstsein im 19. Jahrhundert, wurden die Nationalfarben, rot und weiß, prägend für den Weihnachtsschmuck. Soweit bekannt, wurde der erste Weihnachtsbaum in Dänemark 1808 aufgestellt, und im Laufe von rund 100 Jahren breitete sich dieser Brauch auch in den meisten dänischen Familien aus.

 

An den Märchen von Hans Christian Andersen, in denen ein Weihnachtsbaum vorkommt, lässt sich bei chronologischer Lektüre die Verbreitung dieses Brauchtums in Dänemark verfolgen. Es handelt sich um „Hyldemor" (Mutter Holunder/Fliedermütterchen, 1842), „Grantræet" (Der Tannenbaum, 1846), „Den lille pige med svovlstikkerne" (Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, 1848), „Tolv med posten" (Zwölf mit der Post, 1861) und „Krøblingen" (Der Krüppel, 1872).

Zu den weihnachtlichen Vorbereitungen gehört auch das Backen etlicher Plätzchen, die traditionell zu diesem Fest gehören. Auch Konfekt unterschiedlicher Art wird hergestellt. Dänisches Weihnachtsgebäck mit der längsten Tradition sind die Pfeffernüsse.

In den meisten Familien beginnt der Heiligabend mit dem Abendessen, zu dem als Hauptgericht Gans, Ente oder Schweinebraten mit Rotkohl und mit Zucker braun glasierte Kartoffeln auf den Tisch kommen. Zweiter wichtiger Bestandteil ist die Weihnachtsgrütze, entweder in Form von Milchreis als Vorspeise oder zum Dessert als „ris à l'amande", kalt servierter Milchreis mit gehackten Mandeln und angedickten Kirschen. Wichtig dabei ist, dass sich in der Vor- oder Nachspeise eine ganze Mandel befindet. Die Person, die in ihrer Portion die Mandel entdeckt, bekommt das sogenannte Mandel-Geschenk, früher traditionell ein Marzipanschwein. Zum Essen trinken heute die Meisten Rotwein zum Hauptgericht und einen Dessertwein zum Nachtisch.

Zur Weihnachtsgrütze trinkt man mancherorts Malzbier, auch Koboldbier genannt.

Die Einleitung zum zweiten Höhepunkt des Abends bildet das Entzünden der Lichter am Weihnachtsbaum. Danach „tanzt man um den Weihnachtsbaum", das heißt, man schreitet Hand in Hand um den Baum und singt dabei Weihnachtslieder. Anschließend werden die Weihnachtsgeschenke verteilt, die unter dem Weihnachtsbaum liegen.

In Familien mit Kindern kommt bisweilen der Weihnachtsmann, ein als solcher verkleidetes Mitglied der Familie, und bringt die Geschenke. Eigentlich brachte in Dänemark der Kobold („Nisse") die Geschenke. Dieser alte Mitbewohner des Hofes oder Hausgeist ist schon aus vorchristlicher Zeit überliefert, wurde aber im 19. Jahrhundert mit Weihnachten verknüpft.

Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weihnachtsmann im buchstäblichen Sinne nach Dänemark, und zwar auf den Postkarten, die u.a. die dänischen Auswanderer aus Amerika nach Hause schickten. Der Weihnachtsmann übernahm nach und nach die frühere Rolle des „Nisse" als Überbringer von Geschenken.

An den Weihnachtstagen isst man in der Regel im Kreise der Familie zu Mittag. Es gibt die gleichen Gerichte, die zu den anderen weihnachtlichen Mittagessen in diesem Monat gehören, abgesehen davon, dass sich jetzt die regionale Küche deutlicher bemerkbar macht. Zum Beispiel mit Weiß- und Grünkohl, die zu verschiedenen Gerichten gehören, und mit den entsprechenden Fleischgerichten, insbesondere in Form unterschiedlich zubereiteten Schweinefleischs.

Dänische Weihnachtstraditionen

Nisser

Ohne Nisser kein Jul. Die Weihnachtskobolde finden sich als Figuren und Schmuck in jeder Wohnung.

Auf dem Lande gab und gibt es immer noch den Brauch, eine große Schüssel mit Milchreis auf den Dachboden zu stellen. Mit dieser Leibspeise will man die Nisser gütlich stimmen, damit sie das restliche Jahr nicht zur Plage werden.

 

Julemand

Die skandinavischen Länder streiten zwar über die Herkunft des Weihnachtsmannes, doch für die Dänen steht fest: Der Weihnachtsmann kommt aus Grönland.

 

Kalenderlys

Neben dem Adventskalender (Julekalender) wird in Dänemark eine Adventskerze abgebrannt. In 24 Querstriche aufgeteilt, werden Kerze und Wartezeit jeden Tag um einen Strich kürzer.

 

Lille juleaften

Am 23. Dezember ist der "kleine Heiligabend". Dann schmückt die Familie den Weihnachtsbaum, die Vorbereitungen zum Heiligabend sind im vollen Gange. Es wird Gløgg getrunken sowie Plätzchen und Konfekt probiert und viele essen auch Milchreis (Risengrød).

 

Julekalender

Neben dem Adventskalender mit Türchen und Paketen ist der Julekalender im Fernsehen besonders beliebt: eine Weihnachtsserie in 24 Teilen. Der erste Julekalender im Fernsehen wurde 1962 ausgestrahlt und anfangs waren die Julekalender Puppenfilme, aber heute sind sie Erzählungen mit bekannten Schauspielern.

 

Julehjerter

Die dänische Weihnachtsdeko schlechthin: das Weihnachtsherz. Die klassische Variante ist in rot-weiß und wird aus Glanzpapier geflochten. Mit etwas Übung lassen sich hübsche Kunstwerke basteln. Hier finden Sie eine Bastelanleitung. Die Weihnachtsherzen werden an den Weihnachtsbaum gehängt und dann können Süßigkeiten in ihnen untergebracht werden. Das erste Weihnachtsherz wurde angeblich von H.C. Andersen in den 1850er geflochten. 

 

Julemærke 

Ab November gibt es jedes Jahr eine neue Weihnachtsbriefmarke. Deren Verkauf kommt wohltätigen Zwecken zugute. Die Idee zur Weihnachtsmarke hatte der junge Postbeamte Einar Holbøll im Jahre 1904. 

Auch damals sollte der Erlös armen und bedürftigen Kindern helfen. Jedes Jahr gestaltet ein neuer Künstler die Marke, auch Königin Margrethe hat schon mal ein Exemplar gestaltet. Zu kaufen ist sie bei der Post und in Kiosken. Ein Bogen mit 50 Marken kostet 65 Kronen, 30 Marken kosten 50 Kronen, 10 gibt es für 20 Kronen. 

Mehr zur Julemærke unter www.julemaerket.dk (auf Dänisch).