Die dänische Hunde-Gesetzgebung

Hunde sind in Dänemark sehr willkommen.

Ich werde mich nicht zu den Hiobsbotschaften von Fair Dog, Tasso und ähnlichen Vereinen oder gleichlautenden Pressemitteilungen äußern, da diese uralt sind immer wieder hochgekocht werden. Ich habe überhaupt keinen Anlass, in der Gruppe irgendeine Diskussion zu diesem Thema zu führen. 

 

Wir Dänemarkfreunde fahren seit Jahrzehnten, mit und ohne Hund, nach Dänemark. Wir haben keinerlei negative Zwischenfälle erlebt oder sind ohne unseren Hund nach Hause gefahren. Entgegen allen Hiobsbotschaften erleben wir ein tolerantes und freundliches Land, auch für Hunde. In den Ferienhäusern steht z. B. bei Ankunft, ein gefüllter Trinknapf bereit. In Gaststätten bekommt auch der Hund etwas zu trinken, am Strand treffen sich die Hunde...

 

Damit ein Europäischer Heimtierausweis für die Haustiereinfuhr nach Dänemark ausgestellt werden kann, muss das Haustier einen Mikrochip zur Identifizierung eingepflanzt bekommen haben. Seit dem 3. Juli 2011 ist für neu gekennzeichnete Tiere der Mikrochip verpflichtend. Zudem muss mindestens drei Wochen vor der Abreise eine Tollwutimpfung erfolgt sein. Diese Regeln gelten grundsätzlich auch für Haustiere, die weniger

als drei Monate alt sind.

 

Achten Sie bei der Buchung auf "Hund erlaubt". In diesen Häusern ist das Mitnehmen von 1-2 Haustieren kostenlos. Extra Reinigungskosten fallen auch nicht an. In Dänemark gibt es keine Hundestrände. Alle Strände sind für Hunde erlaubt. Im Winter darf der Hund sogar ohne Leine herumtollen. Nehmen Sie Rücksicht auf andere Menschen und Tiere am Strand, im Wald, in Ferienhausgebieten und sonst überall. Nicht jeder Mensch mag Hunde, Kinder wie Erwachsene können Angst vor Hunden haben.

 

Haben Sie bitte stets ein wachsames Auge auf Ihren Vierbeiner. Eine Hundehaftpflicht - Versicherung ist notwendig. Wir bitten Sie, dafür Sorge zu tragen, dass Ihr Haustier nicht die umliegende Nachbarschaft stört.

Die Haustiere dürfen nicht auf die Möbel, d.h. Betten, Sofa, Stühle usw.

Auf dem Grundareal des Ferienhauses darf Ihr Hund frei herumlaufen – aber nur auf diesem.

Selbstverständlich müssen alle Hinterlassenschaften des Hundes, überall, eingesammelt werden.

  

In Dänemark sind tatsächlich seit Einführung des Gesetzes Hunde eingeschläfert worden. Genaue Zahlen über die Anzahl liegen nicht vor. Auch wenn wir das Gesetz nicht befürworten, muss man im Zusammenhang mit den Einschläferungen bedenken, dass es die Hundebesitzer waren, die sich nicht an das geltende Recht in Dänemark gehalten haben und somit Ihre Tiere in Gefahr gebracht haben.

 

Wenn ich in einem fremden Land Urlaub mache, muss ich, so wie in Deutschland auch, an die Gesetze einhalten! Punkt! Wenn ich einen Hund habe, der auf der Verbotsliste steht, dann kann ich nicht in Dänemark Urlaub machen, jedenfalls nicht mit dem Hund. Punkt.


Kreuzottern

Achtung: Im Sommer können Sie vermehrt auch auf Kreuzottern treffen. In der Heide, in den Dünen, in Ferienhausgebiet oder Naturgebieten lebt die artengeschützte dänische Kreuzotter. Normal verzieht sie sich, wenn sie gestört wird, und beißt nur in sehr seltenen Fällen, falls sie sich bedroht fühlt. Wenn man einige Verhaltensregeln beachtet, ist die Chance gebissen zu werden minimal. Falls Ihre Katze oder Ihr Hund gebissen werden, suchen Sie einen Tierarzt auf, um ein Gegengift zu bekommen.


Mein Hund ist weggelaufen

Die Polizei reagiert wie folgt, wenn ein weggelaufener Hund aufgefunden oder eingeliefert wird:

  1. Ein Rapport wird aufgenommen.
  2. Der Hund wird zum Internat gebracht, mit dem die Polizei zusammenarbeitet.
  3. Üblicherweise wartet man jetzt ein paar Tage, da die Besitzer sich in den meisten Fällen selber melden.
  4. Meldet sich niemand, wird eine Fundmeldung veröffentlicht.
  5. Sind die Besitzer drei Tage nach der Fundmeldung nicht gefunden, dann wird der Hund NICHT eingeschläfert.
  6. Es wird die Verantwortung des Hundes komplett an das Internat übergeben. Das Internat entscheidet dann, was mit dem Hund zu tun ist.

Dazu sollte es überhaupt nicht kommen können! Es besteht in Dänemark Chipflicht. Einen Chip macht es möglich für die Polizei, problemlos den Besitzer zu kontaktieren. Darüber hinaus müssen alle Hunde, am Halsband ein Schildchen mit Kontaktinfo des Eigentümers tragen.


Leinenpflicht

Für alle Hunde gelten in Dänemark folgende Bestimmungen: 

An den Stränden besteht vom 1. April bis 30. September die Pflicht, den Hund an der Leine zu führen. In Wäldern besteht ganzjährig die Pflicht, den Hund an der Leine zu führen. Es gibt in Dänemark Hundewälder, in denen sich die Tiere frei bewegen dürfen. Unter dem Link: https://www.facebook.com/HundewaelderDK/  können kostenlos die Hundewald-App für andoid oder iPfone heruntergeladen werden.

 

2.000 Kronen kann sich die Strafe belaufen, wenn der Hund offline erwischt wird!


Fakten zu den derzeitigen Bestimmungen im Hundegesetz

Dänemark ist ein Land, das großen Wert auf hohe Standards für Tierschutz und das Wohlbefinden von Tieren legt. Sie sollen beruhigt verreisen können, wenn Sie sich mit Hund in Dänemark bewegen. Deshalb müssen Sie ein paar Regeln beachten, die das Miteinander aller gewährleisten, sowohl für Hundebesitzer als auch alle anderen.


Bissverletzungen

Zur Erleichterung der Hundebesitzer wurden ab dem 1. Juli 2014 Änderungen im dänischen Hundegesetz eingeführt. Diese Änderungen führen mit sich, dass Hundebesitzer keine Angst haben müssen, wenn ihr Hund heftig gespielt oder sich verteidigt hat, als er sich angegriffen fühlte.

 

Nach dem dänischen Hundegesetz sollen Hunde eingeschläfert werden, wenn sie einen Menschen oder einen anderen Hund anfallen und ihnen Bissverletzungen zufügen. Eine neue, präzisere Definition einer solchen Bissverletzung beschreibt, welche physischen Schäden auftreten müssen, bevor man überhaupt von einer Bissverletzung sprechen kann.

 

Wenn ein Hund, der nach Dänemark im Urlaub mitgebracht wurde, einen Menschen oder einen anderen Hund beißt, ist es die Polizei, die konkret einschätzt und entscheidet, inwieweit es sich um eine Bissverletzung handelt und ob diese so schwerwiegend ist, dass der Hund eingeschläfert werden muss.

 

Durch die neuen Regelungen hat der Hundebesitzer die Möglichkeit, das Hinzuziehen eines Hundesachverständigen zu verlangen, bevor die Polizei ihre Entscheidung trifft. Die Polizei hat in solchen Fällen eine Liste von Tierärzten mit besonderen Fachkenntnissen zu Verhaltensweisen von Hunden. Diese Tierärzte werden nach Empfehlung der Gesellschaft für klinische veterinäre Ethologie vom dänischen Ministerium für Umwelt und Lebensmittel ernannt und können als Hundesachverständige hinzugezogen werden.

 

Die Umstände, unter denen der Biss zustande gekommen ist, müssen in das Gutachten des Sachverständigen eingehen. Eine Reaktion, die sich im Rahmen der normalen Verhaltensweise eines Hundes befindet (beispielsweise ein Biss während des Spiels) wird der Sachverständige deshalb natürlich berücksichtigen.

 

Ein Grundstückeigentümer darf nur dann streunende Hunde schießen, wenn er den Hundebesitzer ordentlich und mehrmalig darüber gewarnt hat. Es sei denn, der streunende Hund eine unmittelbare Gefahr ausmacht, z. B. Nutztiere angreift. (in Deutschland, darf er sofort schießen)


Verbot von 13 Hunderassen

Wie in verschiedenen anderen Ländern, so auch in Deutschland, sind Besitz und Zucht von gewissen Hunderassen in Dänemark ungesetzlich. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen, in die diese Rassen eingehen.

Wenn Sie einen Hund besitzen, der auf der Liste der verbotenen Hunderassen steht, dürfen Sie diesen nicht nach Dänemark mitbringen – außer der Hund wurde vor dem 17. März 2010 angeschafft und wird an der Leine sowie mit Maulkorb geführt. Dies gilt jedoch nicht für Pitbull Terrier und Tosa Inu, die überhaupt nicht nach Dänemark eingeführt werden dürfen.

 

Die 13 verbotenen Hunderassen sind:

  • Pit Bull Terrier
  • Tosa Inu
  • American Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Dogo Argentino (argentinische Dogge)
  • American Bulldog
  • Boerboel
  • Kangal
  • Zentralasiatischer Owtscharka
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Südrussischer Owtscharka
  • Tornjak   
  • Šarplaninac

In der Praxis setzt die dänische Polizei die Regeln des Hundegesetzes um und wird hier natürlich nach dem Aussehen des Hundes oder Informationen des Hundebesitzers gehen. Die folgenden Hunde haben gewisse Ähnlichkeiten mit einem oder mehreren der verbotenen Hunderassen. Hundebesitzer mit diesen Hunden empfehlen wir deshalb Dokumentation zur Rasse des Hundes mitzubringen:

  • Tatra Schäferhund / Tatrahund / Polski owczarek podhalanski

  • Cao Fila De Sao Miguel

  • Bordeauxdogge / Dogue de bordeaux

  • Bullmastiff

  • Mastiff

  • Mastino Napoletano

  • Cane Corsa Italiano

  • Staffordshire Bullterrier

  • Dogo Canario

  • Anatolsk Hirtenhund

  • Iberische Dogge

 

Die Liste über ähnliche Hunderassen hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  


Die Dokumentationspflicht

In der Praxis ist es die dänische Polizei, die die Regeln des Hundegesetzes umsetzt. Bestehen Zweifel, inwiefern ein Hund einer verbotenen Rasse oder einer Kreuzung dieser angehört, kann die dänische Polizei Dokumente bzgl. der Rasse oder des Typs des Hundes verlangen. Bringen Sie deswegen Dokumente zur Rasse des Hundes mit – beispielsweise ein Stammbuch, eine Stammtafel oder Erklärungen zur Abstammung des Tieres.

 

Diese Erklärungen können nicht allein auf einer Einschätzung des Aussehens und des Betragens des Hundes basieren. Im Gegenteil geht es um die Klärung bezüglich der familiären Abstammung des Hundes. Es ist nicht notwendig, dass die Erklärungen von Fachpersonal wie beispielsweise Tierärzten ausgearbeitet wurden.

 

Es ist zu beachten, dass die oben genannten Dokumente Beispiele sind. Auch andere Formen der Dokumentation können nach konkreter Einschätzung ausreichend sein – wie zum Beispiel Registrierungsnachweise, entsprechende Informationen im Hundeausweis o.ä.

 

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Polizei in einem ersten Schritt – beispielsweise auf Grund des Aussehens des Hundes oder auf Grund von Informationen des Besitzers oder anderer – nachvollziehbare Gründe anführen muss, dass es sich um einen Hund handelt, der unter das Verbot fällt, bevor die notwendigen Dokumente eingefordert werden können, die belegen, dass der Hund nicht vom Verbot betroffen ist.

Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird keine Haftung übernommen. Jeder Einreisende hat die Pflicht sich selbst umfassend über die Landesgegebenheiten zu informieren.