Meine ambulante Traumatherapie

Auf dieser Seite findest du Texte, die nach einer Therapiestunde entstanden sind. Für mich ist es die Aufarbeitung von angesprochenen Themen, die noch in mir wühlen. So verarbeite ich diese. Diese Texte und damit meine Verhaltensweisen oder Sichtweisen sind nicht zu verallgemeinern. Es ist mein Weg. Ich möchte hier nur aufzeigen welche Gedanken mich treiben und welche Wege ich gehe. Ich würde mich freuen, wenn ich dir damit Mut machen kann, deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. 


Verantwortung für mich selbst und für meine Gefühle und ein Stein auf meinem Weg. Er ließ mich nicht stolpern. Er zeigte mir den Weg.

Verantwortung für mich selbst. Ein Stein auf meinem Weg!

Heute habe ich mich zur Therapie gequält. Wieder eine Nacht in der ich im Traum umhergejagt bin und die Angst in mir brodelte. Ich überstand die Straßenbahnfahrt und mühsam erklomm ich den kleine Anstieg zur Klinik. Wie immer versuchte ich die Welt um mich herum wahrzunehmen.

 

An der kleinen Mauer, beim Café "Minou" unterhalb der Klinik, blieb mein Blick an einem Stein hängen. ???

Ein Stein der beschrieben war. Er lag da, einfach so.

Ich nahm ihn auf und las "Verantwortung".

 

"Das war ein Wink mit dem Stein", denn Verantwortung war das Thema, das da in mir brodelte und heute die Therapiestunde füllte.

Auf der Suche nach dem WOHER

Weihnachten, Adventszeit und ich fange wieder an Panik zu schieben. Angst zu haben. Angst diese Zeit mit ihren Anforderungen, unseren Planungen und dem Besuch des Enkelkindes nicht zu bestehen. Wieder zu versagen. Alle finden Advent schön, freuen sich auf Weihnachtsmusik und an mir geht es wieder vorbei ...

Wer stellt die Anforderungen? Wer macht die Planung? Warum macht der Besuch meiner Enkeltochter mich heute schon verrückt? Womit ist die Angst verbunden? Woher kommt die Angst? Fragen über Fragen und alle können sehr gut und leicht beantwortet werden. Ich bin verantwortlich, welche Anforderungen, welche Planung gemacht wird, wie hoch meine eigenen Erwartungen an mich sind und wie es mir damit geht.

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Angst aus der Vergangenheit und Angst im Jetzt ergeben einen Suizid-Trigger

Angst aus der Vergangenheit, trifft Angst im Jetzt

Latte und lecker Kuchen zur Entspannung, nach der Therapie.
Latte und lecker Kuchen zur Entspannung, nach der Therapie.

ANGST aus der Vergangenheit und ANGST im Jetzt ergeben einen SUIZID-TRIGGER.

Heute war wieder Therapie. Thema war aber noch mal die Situation von letzter Woche, als die Suizidgedanken auf mich einschlugen. Gemeinsam waren wir auf der Suche nach dem Auslöser – dem Trigger des Traumas.

 

Die Therapeutin war der Meinung, dass meine Panikattacke im Auto ein Auslöser war, der aber durch eine andere Situation oder Menschen noch verstärkt worden sein musste. Ich fand eine Situation, die mich sofort auch wieder triggerte.

Zwei Situationen – Zwei mal ANGST - TODESANGST

Situation 1:

Autobahn auf dem Weg nach Mainz. Viel Verkehr und eine enge Baustelle. Anders als sonst und trotz meiner Bitte, fuhr Michael links und überholte zwei Lkws. Natürlich überholten diese uns dann wieder. Noch eine Bitte rechts rüber zu fahren. Keine Reaktion von Michael. Mehrfaches Anschreien, ergaben auch keine Änderung meiner Situation. Ich schaltete ab. Nichts ging mehr, ich hatte einfach nur noch ANGST.

 

Situation 2:

Autobahn bei Kopenhagen 2003. Mein Exmann (psychisch krank) fuhr das Auto, da ich mir unterwegs den Fuß verletzt hatte. Auch hier fuhren wir in eine Baustelle. Mein Exmann fuhr ebenfalls links und überholte mit hoher Geschwindigkeit Lkw. Ich bekam Todesangst und schrie ihn an: „willst du uns umbringen?“ In mir bebte nur noch ANGST.

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Plötzlich stehst du am Straßenrand und dein Kopf fordert dich auf ... Suizid-Gedanken kommen oft plötzlich. Gut, dass ich genug Lebenswillen habe.

Plötzlich stehst du am Straßenrand und dein Kopf fordert dich auf ...

Heute hatte ich ambulante Traumatherapie. Zwei Wochen sind inzwischen vergangen. Zwei Wochen in denen ich großes geschafft habe, die mich stolz machen. Ich freute mich auf die Therapie. Ich wollte von meinen vielen Treppen erzählen, voller Stolz.

 

Doch erst einmal war der Weg (Straßenbahn und Bus) zur Therapie zu bewältigen. Der Tag hatte gut begonnen und so machte ich mir keine Sorgen darüber. Ja, ich würde wieder "rumzappeln" und am liebsten nach 3 Stationen am Ziel sein, aber das kenne ich ja. Frohen Mutes machte ich mich auf den Weg.

 

Mein Weg führt mich eine kurze Strecke, direkt an einer Hauptverkehrstraße entlang, die ich, an einer Ampel dann überquere. Dort angekommen, war heute, mit einem Mal, alles anders.

 

 

Suizid-Gedanken am Straßenrand

"Siehst du den Lkw, wenn du jetzt einen Schritt machst, ist es ganz schnell vorbei! Los, es tut nur einmal weh!" 

Instinktiv, machte ich einen Schritt zurück!!! (Bilde ich mir ein) Ich konnte gerade nicht glauben, was da in meinem Kopf vorging. Noch einen Schritt zurück und meinen Kopf innerlich anschreien: "NEIN! GANZ BESTIMMT NICHT! ICH WILL LEBEN!" Doch mein Kopf widersprach ganz deutlich. "Da ein LKW, in voller Fahrt, los es geht ganz schnell. Dann ist alles vorbei. Los, der ist schnell. Dann hast du deine Ruhe!" Ich stand da und kämpfte mit meinen eigenen Gedanken. Ein Glück, ist mein Lebenswille sehr stark.

 

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Therapie - Da sind sie wieder meine Probleme - meine eigenen Ansprüche, eigene Überforderung und das nicht beachten meiner Grenzen.

Ich selbst verursache meinen Stress

Odyssee zur Therapiestunde

Wie immer, hatte ich heute wieder Therapie. Diese fängt schon damit an, dass ich bis dorthin komme. Völlig genervt vom Krach der Rasenmäher und anderer Säuberungsgeräte auf der Wiese unter meinem Balkon, machte ich mich auf den Weg. In der 1. Straßenbahn war es noch recht einfach, nur zwei Stationen, die ich gut überstand, obwohl die Bahn sehr voll war. Dann hieß es warten auf den Bus. Ständig fahren Busse und Straßenbahnen ab oder kommen an. Ein Bus hatte eine Verpuffung und es knallte laut. Alle Leute haben sich erschrocken, so wie ich. Aber ich schrie aus voller Brust. Zum Glück reagierten die Umstehenden recht gelassen und fragten nur nach, ob es mir wieder gut ginge.

 

Dann saß ich rum und wartete weiter auf den Bus. Mein Skillball drehte sich in meiner Hand und meine Beine wackelten ohne Halt. Dann kam ein hübsches älteres Ehepaar daher. Sie hielten unmittelbar vor mir an, schauten mich an und ... "Können wir ihnen helfen, junge Frau". Bums, ich war erschrocken und überrascht. "Nein, danke es ist alles gut", kam mir über die Lippen und ich konnte sie dabei sogar anlächeln. So etwas ist mir ja wirklich noch nie passiert. Ich dachte solche Menschen gibt es gar nicht mehr. Doch, es gibt sie. Hin und wieder trifft man auf sie.

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Stress-Level - Dissoziation - Depression- Schub

Stress-Level - Dissoziation - Depression-Schub

Heute stand wieder einmal mein Besuch bei der Psychiaterin an. Ja ein Vierteljahr ist schnell vorbei. Zu meiner Überraschung brauchte ich nicht lange warten.

Überrascht nahm auch sie meinen Zusammenbruch zur Kenntnis. Wir unterhielten uns darüber. Ich erzählte ihr von der Therapie und davon wie wir den Auslöser gesucht und nicht gefunden haben. Wie die Imagination und die EMDR Übungen daneben gegangen sind. Wie immer hörte sie sehr interessiert zu.

 

Sie bestätigte meine Theorie. Sie sagte, das ich ein sehr hohes allgemeines Stress-Level habe. Ich muss ja um viele Dinge, im Alltag kämpfen, habe viele Dinge verändert und mache Trauma- und Ergo-Therapie. Wenn dazu dann noch ein paar Kleinigkeiten kommen, oder Angst, ist das Fass schnell wieder voll. Dann kann es zu Dissoziationen und Verstärkung der depressiven  Symptome kommen. Hinzu kommt, dass es durch aus sein kann, dass ich etwas geträumt haben was mich getriggert hat. Das wissen wir aber nicht, weil ich mich nicht erinnern kann.

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Traumatherapie - Heute im Durcheinander der Themen - Auf der Suche nach dem Auslöser bis hin zum inneren Kritiker - Imagination und EMDR-Übungen ohne Erfolg

14.08.2017 - Traumatherapie

Zeit zur Entspannung vor der Therapie

Ich hatte es heute schwer, zur Traumatherapie. Mir geht es immer noch nicht wieder gut. Noch immer bin ich unendlich schlapp und kraftlos. Aber mein Kopf kann wieder denken und erfassen, so dass keine Gefahr für mich bestand. Doch die Busfahrt war heute nur schwer auszuhalten. Der Bus war sehr voll, ich hatte einen Sitzplatz und unmittelbar vor mir stand eine Frau. Natürlich wankte sie hin und her, gerade wie der Bus eben fuhr. Ich konnte es kaum aushalten und musste mich sehr stark darauf konzentrieren auf meine Rucksack zu schauen. Ich war froh, als ich endlich am Waldschlösschen aussteigen konnte.

Sofort ging mein Blick zu "meinem" Pavillon hin, dort wo ich vor jeder Therapiestunde sitze. Bloß nicht auch noch dort Menschen. Ich hatte Glück es war niemand dort und so konnte ich in Ruhe wieder etwas runter kommen und die wunderschöne Aussicht "genießen". Ich saß da, knabberte mein dänischen Kekse und trank meine Kaffee. Die Zigarette dampfte vor sich hin. Eine halbe Stunde später machte ich mich auf den kurzen Weg zur Klinik. Der Weg wurde zur Ewigkeit. Ich hatte schwere Füße, als wenn diese schon einen Marathon hinter sich hätten. 

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Ich habe mich selbst ignoriert. Ein schönes Wochenende. Zu welchem Preis. In alten Verhaltensweisen gefangen.

Ich habe mich selbst ignoriert

Ich habe mir Besuch eingeladen.

Freude und Angst begleiten mich schon Tage vorher.

Freude auf das Wiedersehen.

Angst, baut sich auf. Werde ich bestehen?

Werde ich eine gute Gastgeberin sein?

Werde ich gute Tage haben?

Tage vorher fange ich an zu funktionieren.

Ich erledige dies und das, in der Wohnung.

Ich koche schon vor, damit wir viel Zeit miteinander haben.

Ich suche Aktionsziele heraus.

Ich habe Angst. Ich fühle mich gefordert. Ich fühle mich gestresst.

Die Zeit rennt schneller als ich denken kann.

Aber ich will ein schönes Wochenende verbringen.

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Notfall-Therapiestunde. So geht das nicht, sagte meine Therapeutin. Nun mein Ursprungstext mit meiner nach-therapeutischen Draufsicht. Ein Einblick.

Wenn das Leben über mir zusammen bricht

Notfall-Therapiestunde. So geht das nicht, sagte meine Therapeutin. Dies ist mein Ursprungstext, mit meiner nach-therapeutischen Draufsicht (rot). Ein Einblick.

Hinter dunklen Wolken ist immer auch der blaue Himmel. Wir können ihn nur nicht immer sehen.
Hinter dunklen Wolken ist immer auch der blaue Himmel. Wir können ihn nur nicht immer sehen.

Zuversichtlich in das Osterwochenende

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Montag war Therapie. Ein Tag auf den ich gewartet hatte. Ich hatte so viele Fragen, so viel Druck, so viele Zweifel in mir. Auf der Suche nach Antworten.

Belastungsstärke – Weglaufen – Gefühlsleere - Erkenntnisse

Steinturm - Sinnbild für all das, was in mir ist. Veränderbar und schön.
Steinturm - Sinnbild für all das, was in mir ist. Veränderbar und schön.

Ich war froh, dass heute endlich wieder eine Therapiestunde angesetzt war. Ich habe so viele Fragen, ich stehe so unter Druck und bin wieder in meinen Zweifeln gefangen. Ich habe meine Texte ausgedruckt um sie vor zu lesen, um meinen inneren Frieden zu finden.

Mein Kopf ist voll, aber ich kann nicht raus aus mir. Zu laut sind meine Gedanken, dass ich zu dumm bin, um zu verstehen worauf die Therapie zielt. Aber, wie immer, ist der Faden schnell gefunden. Wie immer beginnen wir mit dem Rückblick und ich kann von meinem positiven und aktiven Wochenende erzählen. Für den Augenblick entlastet es mich erst einmal.

 

Dann kommt mein Thema angeschlichen.  

Meine Tage, die guten und die anderen Tage. Woran merken sie, das sie einen guten Tag haben? Wie geht es an den ganz schweren Tagen? Fragen, die ich schnell beantworten kann. Natürlich beschreibe ich meine ganz schweren Tage, wie sie für mich sind: ich bin zu nichts in der Lage, schlafe lange und an Struktur und Alltagsaufgaben ist nicht zu denken. Ich sage ehrlich, dass mich ein paar Äußerungen aus den letzten Therapiestunden mächtig unter Druck setzen und ich mich wie eine Versagerin fühle. Nachdrücklich erkläre ich, dass an diesen Tagen wirklich einfach nichts geht.

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Mein Leben mit der Depression gleich einer Fahrt auf der Achterbahn. Mal bin ich unten, mal oben und nie weiß ich was der nächste Tag bringt.

Tage in der Achterbahn der Depression

Ein Tag beginnt. Der Wecker klingelt mich aus meinen wirren Träumen und erschlägt mich. Ich mache die Augen auf und denke nur daran, weiter zu schlafen. Ich bin so unendlich müde. So unendlich kaputt. Mein Körper liegt unter einer ungeheuren Last und ich habe nicht die Kraft dagegen anzugehen. Ich schlafe noch ein paar Stunden und beim einschlafen denke ich, nachher wird es besser sein. Irgendwann wache ich auf. Ich bin wach und doch völlig kaputt und müde. Diese schwere Last ist immer noch auf mir und macht jede Bewegung schwer. Ich schaffe es, endlich sitze ich auf der Bettkante. Meine Augen sind geschlossen, ich bin so kraft- und energielos. Was mache ich hier bloß?

Los aufstehen, irgendwann muss doch auch mein Tag beginnen. Ich schleife mich ins Bad, schaue in den Spiegel und sehe mich nicht. Mühsam gehe ich in die Küche und koche Kaffee, der soll ja munter machen. Frühstück, oh Gott ich kann jetzt nichts essen. Endlich, der Kaffee ist fertig und ich schleiche auf den Balkon. Kaffee trinken und rauchen. Ich sitze da, die Sonne steht schon hoch am Himmel und die Vögel singen laut ihre Lieder. Doch nichts davon kommt bei mir an. Ich sitze da, einfach so vor mich hin. Irgendwann hole ich mir die zweite Tasse Kaffee. In meinem Kopf ist immer noch gähnende Leere und doch ein Gedankensammelsurim, unsortiert und durcheinander. Der Kopf weigert sich klare Gedanken oder Gedanken an Alltagsaufgaben zu fassen. In meinen Beinen ist Blei und auf meinem Rücken trage ich einen bleigefüllten Rucksack. Ich bin so leer und doch so voll, ich bin wach und doch so unendlich müde, ich möchte was tun und doch sitze ich hier.

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Der Urlaub war wunderschön, mir ging es gut. Zu Hause ist alles wieder normal im Auf und Ab. Wo ist der Auslöser dafür? Gibt es einen Auslöser?

Im Urlaub ist alles gut? Auf der Suche nach einem Auslöser.

Ich hatte in meinem Urlaub sehr gute und gute Tage. Hier zu Hause hatte ich in der folgenden Woche gute und schlechte Tage. Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht, weil ich es ja jetzt schon 6 Jahre kenne. Also nichts Neues. Für mich nur ein Grund, die Erinnungen an den Urlaub wach zu halten und zu wissen, ja es gibt sie diese Tage wo ich wirklich leben kann.

 

Und doch war es anders, in diesem Jahr. Ich hatte 3 wirklich tolle Tage. Tage an denen ich wirklich leben konnte. Ich war zeitig wach, ohne Morgentief. Ich war den ganzen Tag, ohne Anstrengung, aktiv. Ich hatte so was wie Gefühle in mir, ich war nicht leer. Ich fühlte mich sehr wohl an diesen Tagen. Natürlich war ich am Abend sehr müde und bin sehr früh im Bett verschwunden. Aber das war überhaupt kein Problem. Ich hatte wirklich gute Tage.

 

Nach meinem Geburtstag, der wunderschön war, wurden die Tage anstrengender. Immer noch war ich aber sehr aktiv und erlebte eine schöne Zeit. Es war aber anders als die Tage zuvor. Es war anstrengender und ich hatte Mühe wirklich zu erleben, was ich sah. Ich musste mir wieder selbst sagen, dass es gerade schön war. Ich konnte es nicht mehr erleben, in mir war es wieder einerlei. Ja, auch Gedanken nach Hause zu wollen oder die Sehnsucht nach Ruhe waren da, aber ich konnte sie verdrängen. Trotzdem sage ich im Rückblick, ich hatte einen wunderbaren Urlaub. So schöne Tage hatte ich schon Jahre nicht mehr. Sie haben mir die Hoffnung gegeben, dass ich irgendwann wieder ganz normal leben (fühlen) kann. Sie geben mir die Kraft weiter zu kämpfen, weiter zu gehen, weiter auf die Therapie zu vertrauen.

 

Also was ist es im Urlaub, was so anders ist, als zu Hause?

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Wieder in Gedankenwirbeln und Dunkelheit gefangen. Auf der Suche nach meinem Weg. Auf der Suche nach Antworten. Auf der Suche nach dem Wohin.

Wohin des Weges? Ich weiß es gerade nicht.

 

Ich habe gerade so viele Fragen im Kopf, so viele Gedanken, so viele Erinnerungen.

Ich weiß gerade nicht wohin ich gehöre, wohin ich gehe – so nur für mich.

 

Meine jetzige Therapie stellt, für mich, so vieles in Frage. Habe ich die ganzen Jahre, nicht genug an mir gearbeitet? War vieles von dem, was ich dort annahm, falsch?

 

Wie geht es Ihnen, eine Frage die ich ehrlich beantworte. Ich hatte gute Tage und andere Tage. Tage an denen ich meine Tagesstruktur eingehalten und auch Alltagsaufgaben erledigt habe. Tage an denen ich mich mit aller Kraft überwinden kann, doch wenigstens etwas zu tun. Tage an denen es am Nachmittag besser wird. Ja, und ich habe Tage an denen ich zu nichts im Stande war, viel geschlafen habe und müde sowie antriebslos und kraftlos vor dem Laptop saß. Tage an denen ich Energie habe und so was wie Freude fühle und Tage an denen alles an mir vorbei geht, ich teilnahmslos, leer und völlig in der dunklen Stimmung gefangen bin.

Bisher habe ich immer geglaubt, dass es so ist. Ich habe versucht die Tagen zu nehmen wie sie sind, in dem Wissen es kommen auch wieder bessere Tage. So ist es ja auch. Meine guten Tage haben sich in ihrer Anzahl und Intensität stark vermehrt. Ich bin sehr froh darüber. Es zeigt mir, ich bin wieder ein Stück voran gekommen.

 

Aber warum werden jetzt meine schlechten Tage in Frage gestellt? Warum kann es jetzt keine Tage geben, an denen ich zu nichts fähig bin? Warum heißt es jetzt, sie müssen etwas dagegen tun und die Tagesstruktur trotzdem einhalten. Sie können mal weniger tun, aber sie müssen dran bleiben. Sie haben es in der Traumaklinik doch auch geschafft, warum funktioniert es dann jetzt nicht? Was ist der Auslöser für ihre schlechten Tage? Was haben sie erlebt, was ist passiert, dass es ihnen schlecht geht? Sie habe schon immer das Problem, nicht durch zu halten, zeigt auch ihr Therapiebericht aus der Verhaltenstherapie. Sie wissen, das Aktivität ihnen gut tut. Sie haben die Freude am fotografieren wieder gefunden. Sie haben gemerkt, wenn sie aktiv waren, das es ihnen danach besser ging. Warum können sie dann nicht dranbleiben? Warum geht es ihnen im Urlaub gut und hier zu Hause nicht? Was ist anders? Was ist der Auslöser?

 

So viele Fragen, auf die ich keine Antworten weiß. So viele Fragen, die mich belasten, die Druck erzeugen, die Zweifel fördern, meine Selbstachtung sinken lassen und mich wieder als Versager fühlen lassen. Kann ich denn nichts richtig machen? Bin ich zu schwach für das Leben? Bin ich selbst Schuld daran, an dieser Stelle zu stehen, noch krank zu sein?

 

Ich ackere und ackere und sehe die kleinen Schritte. Ich übe mich seit Jahren in Geduld. Ich habe gelernt, bevor ich etwas tue, genau zu überlegen für wen ich es tue und ob es mir gut tut. Ich habe gelernt, die Tage anzunehmen, wie sie sind. Ich habe gelernt, dass für mich oft alltägliche Dinge, anstrengend sind und meinen gesamten Willen benötigen, es manches Mal aber trotzdem nicht geht. Ich habe gelernt, dass ich nicht mehr alles leisten kann bzw. nicht mehr so viel kann und mich darin geübt es zu akzeptieren. Ich übe mich darin, ich selbst zu sein, mich selbst anzunehmen wie ich bin und zu sagen was ich denke. Immer und immer wieder. Immer und immer wieder, Tage, Woche, Monate, Jahre im Kampf mit mir selbst, im ständigen Kampf mit der Dunkelheit, im ständigen Kampf mit der Selbstachtung. Im ständigen auf und ab der Depression. Achte auf deine Gedanken, achte auf deine Gefühle (die nicht da sind), achte darauf was du tust, sei achtsam in dem was du tust, tue es bewusst und lobe dich dafür, sei gut zu dir selbst, tue dir was gutes …

 

Und dazu jetzt: halte dich an die Tagesstruktur, egal wie es dir geht? Erledige kleine Alltagsaufgaben, auch wenn du denkst, nichts geht? Sei aktiv, auch wenn es dir schlecht geht? Das Leben ist zu schwer für mich. Es gibt Tage, da ist schon der Weg vom Bett aufs Sofa schwer und der Kopf streikt total, ich einfach keine Kraft zum leben habe. Und schon kommt mir wieder dieser Satz in den Kopf: in der Tagesklinik hat es ja auch geklappt. Ja, und zum Glück haben meine schlechten Tage immer bis zum Wochenende gewartet. Ja, und ich habe mich gequält und trotzdem wichtige Therapien nicht geschafft. Ja, und ich hatte oft den Eindruck ich drehe durch und war froh als ich 10 Wochen durchgestanden hatte. Ich sehnte mich so sehr nach Ruhe und Alleinsein. Ja und es hat sich gelohnt, ich würde es wieder tun. Doch ich kann mich nicht jeden Tag quälen, ich möchte auch einfach mal nur sein, auch wenn das nicht viel ist.

 

Ich habe gerade den Sinn für das Alles verloren. Aber habe ich eine Wahl? Nein! Wenn ich jemals wieder erfahren will, was Leben ist, was ein schöner Alltag ist, was Freude ist, dann muss ich weiter machen.

Irgendwie.

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Gedanken zu meiner Therapiestunde

21.02.2017 - Gedanken zur Therapiestunde

Heute war Therapie, endlich. Nach drei Wochen ist natürlich viel zu erzählen. Zuerst sind meine Dissoziationen Thema. Sie werden hinterfragt und dann, dann bin ich erwischt. Ich habe mein Gelerntes nicht angewendet, um sie zu vermeiden und mein Kopfkino zu beherrschen. Kein Stressball, kein Kühlakku, kein Duft und kein Kopfflickflack. Ich habe es schlicht vergessen. Das hat der Therapeutin überhaupt nicht gefallen. Ich habe Besserung versprochen.

Heute habe ich viel über meine Kindheit und das Verhältnis zu meinen Eltern gesprochen. Auch welchen Schlag mir die Nachlassunterlagen versetzt haben. Ich habe erzählt, dass es mir nicht gefällt, was ich derzeit im Kopf habe und das es so viele Dinge auf einmal sind, die auch Bilder erzeugen. Ja, es ist wohl so wie die Therapeutin sagt. Es ist der Tod meiner Mutter. Es ist normal. Es hat etwas mit Trauer zu tun. Mit Trauer über den Tod, darüber mein Leben verschwendet zu haben und darüber, die Entscheidung einer Trennung, von den Eltern, erst im vergangenen Jahr getroffen zu haben. Die Erkenntnis, dass mein Vater, über Jahrzehnte, so viel Einfluss auf mein Leben hatte. Ich nie geschafft habe meinen Eltern entgegen zu stehen und zu leben wie es mir gefällt. Die Erleichterung darüber, dass es vorbei ist, ist wie weg geblasen. Ich hoffe ich kann das alles bald hinter mir lassen.

 

Dann haben wir noch über die Depression gesprochen. Ich soll aufpassen, nicht alles was für Depressive gut ist, ist auch gut für mich. ??? Ich dachte immer meine Depression wäre über mich herein gebrochen und irgendwann wären die Traumata an die Oberfläche gekommen. Mir war ja lange Zeit gar nicht bewusst, dass ich Traumata habe. Auf die Gedanken, dass mein Leben, mit den Traumata die Depression erzeugt hat, bin ich nicht gekommen. Meine Traumata haben mich wohl immer begleitet, nicht offen und für mich bemerkbar, aber sie haben immer mein Leben beeinflusst. Sie waren immer da. Meine Therapeutin ist der Meinung, dass meine Traumata – die Posttraumatische Belastungsstörung für die Depression verantwortlich ist. Sie sind es auch, die meine Gefühle einsperren. Ich habe die Traumata nur überlebt, weil ich meine Gefühle verstecken lernte, verleugnen lernte und nicht mehr zuließ. Irgendwann habe ich diese Gefühlssperre immer weiter ausgebaut, weil ich sonst verrückt geworden wäre.

 

Das macht für mich Sinn. Im Umkehrschluss heißt es aber für mich, so lange ich meine Traumata nicht annehme, aufarbeite, hineingehe mit allem was ich habe und dann loslasse, werden sich meine Gefühle verstecken.

 

Traurig ist für mich, dass die Posttraumatische Belastungsstörung erst so spät, durch meine Ärztin, diagnostiziert wurde und in 120 Therapiestunden nicht festgestellt wurde. So habe ich auch Zeit vergeben, für eine richtige Therapie. Der Weg in eine Traumaklinik hätte viel eher erfolgen können. Aber es war eben nicht so. Gut, dass ich im Sommer 2016 selbst die Entscheidung für die Traumaklinik herbei geführt habe. Die Traumabearbeitung wird mein Weg sein müssen. Falsch! Es kann mein Weg sein, wenn ich ihn gehen möchte. Und genau das, weiß ich im Moment gerade nicht. Aber hab ich eine Wahl, wenn ich wieder leben möchte? Nein!

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