Mein Geschwulst der negativen Erfahrungen, Verletzungen und unbeantworteter Fragen - Meine 2. Traumatherapiestunde

Mein Geschwulst von negativen Erfahrungen, Verletzungen und offenen Fragen

Mein Versuch ein Problem zu lösen
Ich habe ein Problem und niemanden interessiert es.
Ich bin verletzt, doch niemand bemerkt es.
Ich möchte darüber sprechen, doch habe keinen Zuhörer.
Ich möchte es lösen, doch damit bin ich allein.
Ich suche Hilfe und finde sie nicht.
Ich suche Halt, doch niemand ist für mich da.
Ich spreche es an, erkläre mich, doch genau das ist verkehrt.
Ich spreche es an, weil ich auf ein miteinander vertraue.
Ich wende all meine Kraft für die Bereinigung auf, doch vergebens.

 Ich versuche es wiederholt, doch ohne Erfolg.

Ignoranz und Abwertung

Ich werde ignoriert und erhalte keine Antwort.

Jedes Gespräch zum Konflikt-Thema wird ignoriert.

Mein Problem wird einfach abgewertet.

Ich werde nicht ernst genommen.

Mein Verhalten wird als unangemessen und überzogen gewertet.

Es wird mit anderen dazu gesprochen, nicht mit mir.

 

Das Verhalten wird mir erklärt und entschuldigt.

Es wird erwartet, dass ich es wortlos hinnehme.

Es ist doch nicht schlimm. Doch für mich ist es schlimm.

Ich bin allein,

mit all meinen Gedanken, all meinen Gefühlen und all meinem Bemühen.

Ich bin allein mit meinem Wunsch das Problem zu beheben und Frieden zu finden.

Es bleibt mein Problem und nur mir, geht es schlecht damit.

Ich schlucke es runter.

Das Leben geht weiter, als wäre nichts geschehen.

Ich schlucke und schlucke, immer wieder.

 

In mir wuchs ein Geschwür, 

der negativen Erfahrungen, Verletzungen und Fragen die auf Antworten warten.

All die ungelösten Probleme tummeln sich darin.

Die Geschwulst wächst noch und wird immer größer.

Sie puckert in mir, doch ich ignoriere es.

Immer wieder mal bricht das Geschwür auf und eitert.

Jedes Mal finde ich einen Weg, es wieder zu schließen,

weil ich  nicht verletzen will, nicht nachtragend sein möchte, für andere sorge.

Den einzigen Menschen, den ich dabei völlig vergesse, bin ich selbst.

 

Was bleibt und begleitet mich?

Ich fühle mich immer schuldig, ohnmächtig, missachtet und ignoriert.

Ich fühle mich allein gelassen, mit meinen Sorgen und Nöten.

Ich fühle mich unverstanden und ungerecht behandelt.

Ich denke und fühle, ich bin es nicht wert, ich bin nicht gut genug.

Mich beherrscht die Angst wieder zu versagen, nichts richtig zu machen.

Ich denke, ich bin anders, viel zu sensibel und schaffe es nicht, mich zu wehren. 

Ich ziehe mich zurück, vermeide oder laufe weg.

Ich kann der Belastung nicht mehr standhalten.

Meine 2. Trauma-Therapie-Stunde

Meine Therapeutin stellt mir Fragen, sticht in mein Geschwulst.

Wie fühlen sie sich?

Wie geht es ihnen damit?

Wo kommt dieses Gefühl her?

Wie würden sie handeln, wenn ...?

Warum geht das nicht genau so, wie ….?

Wo ist der Unterschied?

Warum versuchen sie es noch einmal, obwohl ...?

Warum entschuldigen sie sich, wenn ...?

Warum handeln und reden nur sie selbst?

Woher kennen sie diese Situation?

Wo ist der Unterschied?

Wie werden sie geachtet, wenn …

Ich würde mich aus so fühlen, wenn ...

Wem geht es gut, mit ihrer Entscheidung?

Plötzlich bemerke ich, dass viele meiner Gedanken richtig sind.

Manche Gedanken möchte ich nicht denken.

Doch ich erkenne ihre Wahrheit und es tut mir weh.

Andere Gedanken erschlagen mich, weil ich erkenne, wie weit sie zurück liegen.

Sie kommen aus der Vergangenheit.

Sie überlagern meine Gedanken im Jetzt und verstärken diese.

 

Völlig aus dem Gleis verlasse ich die Therapiestunde.

In mir wühlen die Gedanken.

Manche meiner Erkenntnisse sind bittere Pillen.

 

 

Ich muss, kann und darf zu mir selbst stehen.

Ich kann gerade stehen.

Ich muss reden, mich mitteilen, mich entscheiden.

Eine Entscheidung treffen für MICH!

Ich bin es wert! Ich sorge für mich!