Wanderung im Rabenauer Grund. Von der Rabenauer Mühle bis Spechtritz an der Weißeritz entlang

Wanderung von Raubenau bis Spechtritz

Gestern auf dem Weg nach Freiberg, entdeckten wir die Felsformationen, in unmittelbarer Nähe von Dresden. Kurzentschlossen machten wir uns heute auf den Weg, nach Freital, um im Rabenauer Grund zu wandern. 40 Minuten (davon 23 Min durch Dresden) Fahrzeit die Landstraße 173 entlang und wir waren, an unserem Ausgangspunkt, der Rabenauer Mühle angekommen.

 

Nun hatten wir 2 Möglichkeiten der Weißeritz zu folgen. Links in Richtung Spechtritz oder rechts entlang an der Rabenauer Mühle - Hotel vorbei. Etwas orientierungslos, versuchten wir auf der Wanderkarte die Richtung unserer Zielroute "Teufelskanzel" zu finden. Andere Wanderer, auf Nachfrage, konnten uns nicht weiter helfen. Von einer Teufelskanzel hatten sie noch nichts gehört. Da auch kein Wanderweg-Schild uns weiter half, einigten wir uns darauf, der Weißeritz in Richtung Spechtritz zu folgen. Ein schöner leichter Wanderweg, der jetzt im Winter wunderbare Ausblicke entlang des Flusses bot. Dabei begeisterten uns insbesondere die unterschiedlichen Eisgebilde im Flussbett. Gemütlich schlenderten wir von der Rabenauer Mühle bist um Ortseingangschild Spechtritz und zurück. Jetzt, wo wir wussten wo wir schon waren, wussten wir in welche Richtung unser eigentliches Ziel lag. Nicht schlimm. Wir werden wieder kommen. Ganz bestimmt.

Der Rabenauer Grund ist ein bis zu 80 Meter tiefes Kerbtal der Roten Weißeritz im Osterzgebirge südwestlich von Rabenau in Sachsen. Er steht seit 1961 unter Naturschutz.

Als Rabenauer Grund wird im engeren Sinne der Engtalabschnitt zwischen dem Gasthof Rabenauer Mühle und dem Austritt der Weißeritz in das Döhlener Becken bei Freital-Coßmannsdorf verstanden. Flussaufwärts der Rabenauer Mühle befindet sich der

Spechtritzgrund, der bis zur ehemaligen Spechtritzmühle führt und als Kerbtal in Richtung Seifersdorf bis zum Langen Grund,

der von einer Bahnbrücke überquert wird, als Seifersdorfer Grund bis Seifersdorf seine Fortsetzung findet. Der Grund bietet bizarre Felsformationen und Landmarken, denen verschiedene Sagen und Begebenheiten zugeordnet werden. Diese sind teilweise auf Wegmarken und Schildern erklärt und ausgewiesen (zum Beispiel Brautbett, Einsiedlerfelsen, Predigtstuhl, Nadelöhr, Himmelsleiter, Goldstampfe, Nixentump, Pferdetump, Planwiese,Trompeterfelsen).

Die Rabenauer Mühle gehörte früher zur Burg Rabenau, wodurch beide mit einem unterirdischen Gang verbunden gewesen sein sollen. Hier bewachten zwei Zwerge einen großen Schatz, welcher von den Rabenauer Rittern vergraben worden sein soll. Nur reine zwanzigjährige Jungfrauen können diesen heben. Oft sollen Zwerge die Mühle besucht haben, welche zugleich zum Stehen kam. Erst als sie wieder durch eine Tür zum Wasserbett verschwanden, kamen die Räder wieder zum Laufen. Ein Mädchen, welches den Schatz heben wollte und von seinen Angehörigen gehindert wurde, verfiel in ein Fieber und erlag daran. Ende des 18. Jahrhunderts gelang es, einen Teil des Schatzes mit Hilfe von Geisterbeschwören zu finden und zu bergen. 

Geschichte

Eine Flößerei mit dem Holz aus den umliegenden Wäldern wurde 1521 eingerichtet und bestand bis ins Jahr 1870.

Im Dreißigjährigen Krieg versteckten sich Rabenauer Einwohner unter der Führung von Pfarrer Anton Bodenhäuser vor den brandschatzenden schwedischen Truppen im schwer zugänglichen Rabenauer Grund am Predigtstuhl.

Seit 1882 verkehrt durch den Rabenauer Grund die schmalspurige Weißeritztalbahn. Die Trasse schlängelt sich im Grund entlang der Weißeritz und überquert 17 Brücken. Sie gilt heute als älteste im Betrieb befindliche Schmalspurbahn Deutschlands.

Der Wanderweg wurde 1896 von Rabenau aus bis zum Seifersdorfer Gasthaus zum Weißeritztal angelegt. Seit dem 15. Juni 1914 verläuft er ab Spechtritz über Seifersdorf bis zur Sperrmauer der Talsperre Malter auf Teilen der ehemaligen Bahntrasse.

Jahrhunderthochwasser 2002Enorme Zerstörungen hinterließ das Hochwasser von 2002 im Rabenauer Grund. Zum zweiten Mal nach 1897 wurde die Trasse der Schmalspurbahn fast völlig weggerissen. Die wenigen Häuser im Tal wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, und infolge entweder weitgehend restauriert oder abgerissen. Mit schwerem Gerät wurde der Grund nach dem Hochwasser geräumt. Dabei wurde das felsdurchsetzte natürliche Bachbett der Roten Weißeritz teilweise zerstört; geblieben ist eine gleichförmige Abflussrinne. Durch das nachträgliche Ausholzen der Uferzone wurde dem Naturschutzgebiet irreparabler Schaden zugefügt. Auch das Hochwasser im Juni 2013 hinterließ erneut Schäden. 

Eiszeit auf der Weißeritz

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