04.03.2018 - Impressionen aus dem Zoo Dresden

Impressionen aus dem Zoo Dresden

Der Zoo beherbergt mehr als 1.700 Tiere in mehr als 265 Arten. Seine Fläche beträgt rund 13 Hektar. Der Tierbestand bietet eine faszinierende Reise durch alle Kontinente. Entdecken Sie Vikunjas, Nandus und Wasserschweine auf der Südamerika-Anlage, asiatische Huftiere wie den seltenen Gold-Takin und den Schweinshirsch sowie asiatische Zwergotter und Orang-Utans. Schauen Sie in der begehbaren Tundravoliere oder bei den australischen Roten Riesenkängurus vorbei. Absolutes Highlight sind natürlich die Koalas im Prof. Brandes-Haus sowie unsere afrikanischen Tiere wie Giraffe, Löwe und Elefant.

Mit dem Gründungsjahr 1861 ist er der derzeit viertälteste Zoo in Deutschland. Eingebettet in den südwestlichen Teil des „Großen Gartens” besitzt er einen schönen Bestand an erhaltenswerten alten Bäumen. Schon 1861 zeigte der Dresdner Zoo eine beachtliche Sammlung niederer Affen und konnte um die Jahrhundertwende auch bemerkenswerte Haltungserfolge bei den Menschenaffen (Schimpansen und Orang-Utans) erzielen. Aber auch auf anderen Gebieten hat der Zoo Dresden Pionierarbeit geleistet: so beim Bau eines großen Greifvogelflugkäfigs, seinerzeit einmalig in Europa und noch heute im Garten zu sehen, oder beim Bau eines Baumkäfigs für Orang-Utans. Diese Tradition wurde in den 20er Jahren durch Prof. Brandes mit der Aufzucht eines auf der Überfahrt von Sumatra nach Europa geborenen männlichen Orang-Utan Kindes fortgeführt. Die Geschichte von „Buschi” und seiner Mutter „Suma” erlangte weltweite Bekanntheit und Anerkennung. Die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 machte auch vor dem Zoologischen Garten nicht halt, aber bereits im Mai 1946 eröffnete der Garten seine Pforten wieder für die Besucher. Aus bescheidenen Anfängen entstand wieder ein Zoo, der im Jahre seines 100. Geburtstages 1961 1,2 Millionen Besucher empfangen konnte. 1963 wurde das Raubtierhaus fertiggestellt und im Jahre 1967 konnte das Primatenhaus eingeweiht werden. 1969 eröffnete der Direktor Prof. Ullrich, der auch durch seine Fernsehserie sehr populär war, die Zooschule, die sofort großen Anklang fand.

Im Aquarium / Terrarium

Im Orang Utan - Haus

Im Menschenaffenhaus leben unsere Sumatra-Orang-Utans. Der Beginn der traditionellen Menschenaffenhaltung lässt sich bis in das Jahr 1873 zurückdatieren. Speziell bei der Haltung und Zucht von Orang-Utans wurden große Erfolge erzielt und der Dresdner Zoo entwickelte sich ab Mitte der 20er Jahre des 20.Jh. zu einem Vorreiter zeitgemäßer, moderner Unterbringung und Pflege dieser Menschenaffen in Europa und Übersee.  In den Folgejahren kam es zu zahlreichen Nachzuchten bei den asiatischen „Waldmenschen”. 2003 erblickte mit „Djasinga” der erste in 3. Zoogeneration geborene Orang-Utan Dresdens das Licht der Welt. Aktuell gibt es in Dresden zwei männliche Jungtiere: Duran (Januar 2010) und Dalai (Juli 2015). Vater ist der aus Budapest stammende Toni.

Heute leben bei uns sechs Tiere: die zwei schon älteren Weibchen Djaka und Djudi mit ihrem Sohn Duran. Die zweite Gruppe besteht aus dem Trio um Zuchtmännchen Toni mit seinem bevorzugten Weibchen Daisy und dem 2015 geborenen Jungtier Dalai. 

Im Prof. Brandes Haus

Warum Prof. Brandes Haus? Prof. Brandes ging bereits zu seiner Zeit als Zoodirektor in Dresden neue Wege in der Affenhaltung. Da der Zoo Dresden mit dem neuen Haus auch heute wieder einen Schritt „vorwärts“ in Richtung artgerechte Tierhaltung und Artenschutz machen möchte, war Prof. Dr. Gustav Brandes als Namensgeber schnell gefunden. Im Sinne seines Namensgebers soll das Haus die Tiere vor allem entsprechend ihrer natürlichen Bedürfnisse zeigen. So erhalten Wollaffen besonders viele Seile zum Balancieren und für ihren geschickten Greifschwanz. Für Bartaffen wurde extra robuste und solide Einbauten vorgenommen. Und Guerezas erhalten viel Platz zum Springen und Klettern. Das bis zu 8 Meter hohe, unregelmäßig geformte Gebäude bietet allen Tieren nicht nur mehr Platz, sondern durch die abwechslungsreiche Umgebung mit viel Grün, Kletterbäumen, Netzen, Seilen und Stangen jede Menge Sinnesreize.

 

Gustav Brandes wurde am 2. Mai 1862 in Schöningen geboren. Er studierte an den Universitäten Freiburg und Leipzig Naturwissenschaften, besonders Zoologie und vergleichende Anatomie und promovierte 1888 in Leipzig mit der Dissertation „Die Familie der Holostomeae“. In der Zeit von 1910 bis 1934 brachte er als Zoodirektor neue Ideen und tiergärtnerische Ansichten nach Dresden: „Unser oberster Grundsatz ist, das Tier bestmöglich in Szene zu setzen und zwar so, dass eine große Menschenmenge gleichzeitig das Tier in seiner Bewegung beobachten kann… halten wir es für besser, sich in der Artenzahl zu bescheiden, als die vielen Arten in kleine Gehege zu sperren, vor denen sich die Besucher am Sonntag drängen und doch nichts Rechtes sehen…“ Es folgte die Umgestaltung des Zoos weg von der reinen Tierschau hin zu einer Präsentation im naturnahen Umfeld, die der Biologie des jeweiligen Tieres entsprach. Große Popularität erlangte Prof. Dr. Gustav Brandes auch durch seine außerordentlichen Zuchterfolge bei Menschenaffen, vor allem bei Orang-Utans und seine an das breite Publikum gerichteten Veröffentlichungen zu diesem Thema. Nach einer Intrige der damaligen Stadtverwaltung, die im Konkurs der Zoo-Aktiengesellschaft und der anschließenden Überführung des Zoos in städtisches Eigentum gipfelte, trat Brandes 1934 als Zoodirektor zurück, da die von ihm stets kategorisch geforderte personelle Einheit von wissenschaftlicher und geschäftlicher Zooleitung nicht mehr gewährleistet wurde.